free web site creator

Deutsches Normungspanel

Das Deutsche Normungspanel (DNP) ist eine jährliche Befragung von Unternehmen zum Thema Normung und Standardisierung.

Das Deutsche Normungspanel

Das Deutsche Normungspanel (DNP) ist eine jährliche Befragung von Unternehmen zum Thema Normung und Standardisierung.


Das DNP wird seit 2012 im Auftrag des Deutschen Fördervereins zur Stärkung der Forschung zur Normung und Standardisierung e. V. (FNS) durchgeführt.

Im Jahr 2016 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) dankenswerterweise die Schirmherrschaft für das DNP übernommen.

Damit unterstreicht das BMWi die Bedeutung der Normung für einzelne Unternehmen wie unsere Wirtschaft als Ganzes. Die „Macht der Normung“ nimmt zu, je anspruchsvoller die zu normenden Gegenstände werden. Themen wie Elektromobilität oder Industrie 4.0 sind mit ihrem sektor- und branchenübergreifenden Anspruch beredte Beispiele.
Das langfristig angelegte DNP will die Wirtschaft für die Normung und deren Nutzen sensibilisieren. Gleichzeitig schafft es für alle normungspolitisch Verantwortlichen und Interessierten eine umfassende Datenbasis zur Analyse aktueller Aktivitäten und zukünftigen Trends.

Für Unternehmen kann die Normung ein strategisches Instrument sein. Bereits in einem frühen Stadium der Produktentwicklung bereiten Normung und Standardisierung den Markt auf das neue Produkt vor.

Die Normungsforschung mit all ihren Facetten - von der Entstehung, über den Prozess bis hin zur Implementierung von Normen - fristet trotz Fortschritte der letzten Jahre im Vergleich zur Innovationsforschung ein Schattendasein. Dies liegt vor allem daran, dass trotz hervorragender theoretischer Aufarbeitung des Themas keine umfassenden empirischen Daten zur Verfügung stehen.

Aus diesem Grund ist ein auf das Engagement der deutschen Industrie und vor allem Forschungs­organisationen fokussiertes Normungs­panel aufgebaut worden, das durch eine Online-Befragung sowohl deutscher Unternehmen mit Unterstützung interessierter Industrieverbände und des DIN als auch deutscher Forschungs­einrichtungen im Herbst 2012 erstmals realisiert wurde.

Die Befragung selbst ist durch das Fachgebiet Innovationsökonomie der Technischen Universität Berlin konzipiert, welches auch die Datenauswertung und -aufbereitung vornehmen wird.

Die Befragungs­ergebnisse werden mit den Daten des DIN e.V. abgeglichen, um für die normenden Unternehmen statistisch repräsentative Ergebnisse ermitteln zu können. Mittel­fristig werden zudem die Daten der vom Bundes­ministerium für Bildung und Forschung seit den 90er Jahren in Auftrag gegebene Innovations­erhebung und der Umfrage zu Forschung und Entwicklung der Wissenschafts­statistik des Stifter­verbandes der deutschen Industrie zur Vervollständigung des Gesamt­bildes genutzt.

Das Projekt wurde im Rahmen der Gründungsarbeiten des Deutschen Fördervereins zur Stärkung der Forschung zur Normung und Standardi­sierung e. V. (www.FNSeV.de) durch die Mitglieder DIN, DKE und HARTING Technologie­gruppe initiiert und soll langfristig vollständig vom Förderverein finanziert und inhaltlich begleitet werden.

Mission

Da Innovationen oft sehr lange von der ersten Idee bis zur erfolgreichen und umfassenden Marktdurchdringung brauchen und dabei von verschiedenen unternehmensinternen, aber auch vielen externen Faktoren beeinflusst werden, sind für die Innovationsforschung langfristig angelegte Untersuchungen, im Sinne der wiederholten Erfassung von unternehmensspezifischen Informationen notwendig. Folglich wurde durch die Initiative der Europäischen Kommission schon in den frühen neunziger Jahren eine entsprechende Innovationserhebung in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union etabliert. Die in Deutschland erhobenen Befragungsdaten liegen als Panel vor, d. h. es werden wiederholt die gleichen Unternehmen zu ihren Innovationsaktivitäten und innovationsrelevanten Themen befragt. 

Diese Paneldaten stellen die wichtigste Datenquelle der unternehmensbezogenen Innovationsforschung dar und haben zur Entwicklung einer großen und weiter wachsenden Innovationsforschungsgemeinschaft geführt. 

Ferner wird diese Datenquelle von der Europäischen Kommission und den Regierungen der Mitgliedstaaten genutzt, um innovationspolitischen Handlungsbedarf zu identifizieren, zukünftige Politikmaßnahmen zu legitimieren bzw. zu evaluieren.

Für den Bereich der Normung gibt es weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene ein Äquivalent zu dieser Datenquelle. Deshalb fristet die Normungsforschung - trotz der in den letzten Jahren gemachten Fortschritten - im Vergleich zur Innovationsforschung ein Schattendasein. Dies ist trotz umfangreicher theoretischer Arbeiten vor allem darin begründet, dass nur wenig umfassende empirische Befragungsdaten zur Verfügung stehen, welche für die Beantwortung zentraler Fragestellungen der Normungsforschung verwendbar sind.

Dies soll sich durch die Etablierung des "Deutschen Normungspanels" in Zukunft ändern.

Zielstellung

Das Deutsche Normungspanel ermöglicht analog zum Innovations­panel normungsnahe Forschung.

Hierbei werden zwei Hauptziele verfolgt:

Zum einen sollen die Daten die Basis für die Gewinnung neuer wissen­schaftlicher Erkenntnisse zum Thema Normung und Normen bilden.

Zum anderen geht das deutsche Normungs­panel proaktiv auf aktuelle normungs­politische Initiativen ein bzw. evaluiert durchgeführte Maßnahmen.

Darüber hinaus trägt das Normungspanel auch dazu bei, durch entsprechende und praxis­relevante Forschungs­ergebnisse, Unternehmen und andere Organisationen, die bisher Normen nicht oder wenig genutzt haben oder sich nicht aktiv in der Normung engagieren, für die Thematik zu sensibili­sieren und zu motivieren.

Damit werden drei miteinander kompatible Ziele hinsichtlich der Normungs­forschung, -politik und -förderung erreicht.

Mobirise

Heuristisches Strukturmodell

Das Deutsche Normungspanel ist so aufgebaut, dass sowohl Langzeit­beobachtungen durchgeführt als auch aktuelle Trends berück­sichtigt werden. Um dies zu erreichen, teilt sich die Befragung im Rahmen des Deutschen Normungs­panels in einen "Kernfragebogen" und einen "themen­orientierten" Fragebogen auf. Konzeptionell basiert die Kern­befragung des Normungs­panels auf dem folgenden heuristischen Struktur­modell (siehe Abbildung). Dieses Modell macht es möglich, eine breite Palette an Frage­stellungen zu integrieren, welche heute noch nicht antizipiert werden können oder deren Analyse nur durch eine Langzeit­beobachtung zu beantworten sind. Zentral in diesem Modell sind sowohl die Berücksichtigung einer Reihe von Berührungs­punkten zwischen Unternehmen bzw. Forschungseinrichtungen und der Normung als auch der Bestimmungs­gründe für den Einfluss der Normung auf den Erfolg einer Organisation. Der Einfluss von Normen sowie der Normung auf den "Erfolg" von Organisa­tionen sowie deren Bestimmungs­gründe werden hierbei auf verschiedene Arten berücksichtigt, z.B. über direkte Normungs­arbeit oder über Implemen­tierung bestehender Normen.

Heuristisches Strukturmodell

Entsprechend diesem Modell ist auch die Kernbefragung des Deutschen Normungs­Panels strukturiert. Bei den Normungs­aktivitäten werden vor allem Art und Umfang der Normungs­arbeit erfragt, wie z.B. zeitlicher und personeller Aufwand, Engagement in besonderen Positionen, Mitarbeit an Normen etc. Im Bereich der Umsetzung und Anwendung werden Kosten und Nutzen der Normen thematisiert, so z.B. Kosten und Nutzen von Normungs­management und der Umsetzung und Implemen­tierung von Normen, inkl. einer eventuellen Konformitäts­bewertung.

Neben diesen eher auf den Normungsprozess und die Implementierung von Normen zielenden Aspekten hat das Deutsche Normungspanel das Ziel, die Wirkung von Normung auf den Erfolg von Organisationen über Wirkungs­zusammenhänge zu erfassen. Steigert die Mitwirkung an der Normung den Erfolg, der sich mit Normen erzielen lässt? Wirkt die Normung direkt auf den Erfolg oder eher indirekt über eine Vernetzung mit Wett­bewerbern und Kooperations­partnern in der Normung? Welche Dimensionen von Erfolg werden durch die Normung beeinflusst? Gilt dies nur für die Normen die durch die Organisation mit­entwickelt wurden oder handelt es sich um generelle Lern­effekte? Wie sehen solche Lerneffekte aus? Welchen Einfluss haben die Eigen­schaften einer Organisation auf die Realisierung von Erfolg durch Normung? Unterscheidet sich die Wirkung der Normung auf den Unternehmens­erfolg zwischen Sektoren? Diese und weitere Fragen lassen sich nur durch entsprechende statistische Verfahren beantworten.

Befragungen

Zeitleiste der Befragungen 2012 - 2017

2017

Zukunftsfähige Bereitstellung von digitalen Norm-Inhalten

Die Befragung 2017 wird derzeit durchgeführt.
Klicken Sie hier um teilzunehmen

Der digitale Wandel macht auch vor den Normen keinen Halt. Aktuell werden Normen zwar als digitales Dokument veröffentlicht, jedoch orientieren sie sich am klassischen analogen Format. Im Zuge der Digitalisierung werden künftig neue Anforderungen an die Bereitstellung von Norm-Inhalten gestellt. Erweiterte Nutzungsszenarien, wie eine angepasste Darstellungen auf verschiedenartigen Endgeräten, die Verwendung in mobilen Kontexten, oder die Einbindung von Norm-Inhalten in automatisierte Prozesse, können eine Weiterentwicklung des digitalen Formats erforderlich machen.

Die Fragen des diesjährigen Spezialteils beziehen sich sowohl auf mögliche Nutzungsszenarien und Anforderungen an das Format digitaler Norm-Inhalte, als auch auf deren Rolle im Normungsprozess.

2016

Industrie 4.0

Die Ergebnisse der fünften Befragungswelle sowie des auf den letzten vier Jahren basierenden Paneldatensatz wurden erstmals am 27. Juni in den Räumlichkeiten von DIN e.V. präsentiert.

Schwerpunktthema des Workshop war das diesjährige Spezialthema "die Rolle von Normen und Standards im Kontext von Industrie 4.0".

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Vorträge von Herrn MinDirig Stefan Schnorr, Herrn Haimo Huhle vom ZVEI und Herrn Dirk Slama von Bosch Software Innovations.

2015

Digital vernetzte Wirtschaft

Die vierte Runde des Deutschen Normungspanels mit dem Spezialteil zum Thema "Folgen der digital vernetzten Wirtschaft für Normung und Standardisierung" ist abgeschlossen.

Bereits vorliegende Erkenntnisse wurden validiert, aber auch erste Trends bestätigt.

Durch die Verknüpfung der Befragungswellen konnte ein Panel-Datensatz von knapp 1.200 Unternehmen und Branchenvertreter erstellt werden, welcher neue Aufschlüsse über die Entwicklung der Normungs- und Standardisierungsaktivitäten der teilnehmenden Unternehmen hervorgebracht hat.

Die wichtigsten Ergebnisse der vierten Befragungswelle sowie Erkenntnisse aus dem Paneldatensatz wurden in der Juli-Ausgabe der DIN-Mitteilungen veröffentlicht.

Das Spezialthema der Befragung beschäftigte sich mit den Folgen der digital vernetzten Wirtschaft für Normung und Standardisierung. Ein Bericht zu dem Spezialthema wurde in der August-Ausgabe der Din-Mitteilungen veröffentlicht.

2014

Handel mit China

Am 14. Oktober 2014, dem Weltnormungstag, ging die dritte Befragungswelle des Deutschen Normungspanels ins Feld. Die Teilnahme von über 2.000 aktiver Normungsexperten im Jahr 2014 spricht dafür, dass das Normungspanel nachhaltig deren Akzeptanz findet. Des Weiteren wurde erstmalig die Verknüpfung der zweiten und dritten Welle zu einem Panel möglich. Auf Basis dieses einzigartigen Datensatzes können Einblicke in Veränderungen im Normungsverhalten und der Anwendung von Normen und Standards über die Zeit gewonnen werden.

Im Rahmen der Ergebnispräsentation der Befragung 2014 in den Räumlichkeiten von DIN - Deutsches Institut für Normung e. V am 28. April 2015 erhielten zunächst die Umfrageteilnehmer einen Einblick in erste Resultate. Anschließend wurde ein ausführlicher Indikatorenbericht erstellt. 

Die wichtigsten Ergebnisse der dritten Befragungswelle wurden in der Mai-Ausgabe der DIN-Mitteilungen veröffentlicht.

Eine Vergleichsanalyse zwischen der zweiten und der dritten Welle des DNP war Gegenstand der August-Ausgabe der DIN-Mitteilungen.

Das Spezialthema der Befragung beschäftigte sich mit der Rolle von Normen im Handel mit China. Ein Bericht zu dem Spezialthema und der Vergleich mit den Ergebnissen zum TTIP aus dem Vorjahr wurde in der Juni-Ausgabe der Din-Mitteilungen veröffentlicht.

2013

TTIP

Nach Abschluss der zweiten Befragungs­welle des Deutschen Normungs­panels Ende 2013, wurden die Daten ausgewertet und im Rahmen eines Workshops im DIN vorgestellt. Erste Ergebnisse wurden somit zunächst den Umfrageteilnehmern präsentiert und anschließend über die DIN-Mitteilungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Anschließend wurde ein ausführlicher Indikatorenbericht erstellt, welcher auch die Erkenntnisse des Workshops miteinbezieht. 

Das Spezialthema der Befragung letztjährigen beschäftigte sich mit der Rolle von Normen im geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP). Ein ausführlicher Bericht zu den Ergebnissen dieses Spezialthemas wurde in den DIN-Mitteilungen veröffentlicht.

DIN-Mitteilungsartikel zum TTIP
Zudem wurde ein gesonderter Bericht zum Thema Werknormen und -normung angefertigt, welcher auch in den DIN-Mitteilungen veröffentlicht wurde. Diesen Bericht finden Sie hier:
DIN-Mitteilungsartikel zur Werknormung

Komplemtär zur Befragung des DNP wurden die normenden Unternehmen im Mannheimer Innovationspanel identifiziert und ein Vergleich mit nicht in der Normung aktiven Unternehmen durchgeführt. Diese Ergebnisse wurden ebenfalls in den DIN-Mitteilungen veröffentlicht.

2012

Pilotbefragung

Am 03.06.2013 fand die Ergebnis­präsentation der ersten Befragungs­welle des Deutschen Normungs­panels im DIN, Berlin statt, an dem Wirtschafts- und Wissenschafts­vertreter teilgenommen haben.

Wie wichtig das Instrument Normung für die Öffnung von Märkten, für die Unterstützung bei der Gesetzgebung oder für den Technologie­transfer ist, wurde von Matthias Marx vom Bundes­ministerium für Wirtschaft und Technologie ebenso hervor­gehoben wie die Relevanz des Deutschen Normungs­panels, dessen Ergeb­nisse Verbesserungs­potentiale in der Normungs­arbeit aufzeigen können.

Nach der Vorstellung des Deutschen Förder­vereins zur Stär­kung der Forschung zur Normung und Standardi­sierung e. V. (FNS) – durch den das Normungspanel finanziert und inhaltlich beraten wird – wurde mit den Teilnehmern über die Ergebnisse der ersten Befragung, den Aufbau des zweiten Frage­bogens sowie die Publikation der Ergebnisse diskutiert.

Ergebnisse

Fragebögen, Berichte und Präsentationen zu den Befragungen

Kontakt

Technische Universität Berlin
Fachgebiet Innovationsökonomie

Prof. Dr. Knut Blind,
MAR 2-5

Marchstr. 23
D-10578 Berlin

Tel.: +49(0)30 314 - 76670
Fax.: +49(0)30 314 - 76628

Haftungsausschluss:
Das Fachgebiet Innovationsökonomie der TU Berlin bemüht sich auf dieser Website richtige und vollständige Informationen zur Verfügung zu stellen und diese regelmäßig zu überprüfen und zu aktualisieren. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann jedoch nicht übernommen werden. Dies gilt auch für alle Verbindungen ("Links"), auf die diese Website ggf. direkt oder indirekt verweist. Das Fachgebiet übernimmt für den Inhalt einer Seite, die mit einem solchen Link erreicht wird, keine Verantwortung.